Wer regiert die Welt?
Vor einiger Zeit hatte ich eine Umfrage gestartet, in der ich von meinen Lesern wissen wollte, wer denn eigentlich die Welt regiert. Natürlich ist sofort aufgefallen, dass dies nur eine Fangfrage sein kann, denn wirklich regieren kann die Welt (zumindest in der heutigen Zeit) noch niemand. Zum Glück, wie ich finde. Ist es doch viel schöner, wenn wir gemeinsam die Welt verändern, genießen, und entwickeln können, ja, wenn ein Jeder das tun kann, was er will.
Natürlich - und das ist wohl jedem klar - haben wir nicht alle Rechte die wir gerne hätten. So ist es uns zum Beispiel untersagt, den Rasen zu betreten, bei Rot zu gehen und nach 10 Uhr laut Musik zu hören. In manch einem Land geht das wohl sogar so weit, dass man eine Kopfbedeckung tragen muss, nicht in der Öffentlichkeit rauchen darf, oder aber eine Prüfung ablegen muss, bevor man zum Erwachsenen wird. Trotzdem ist es viel schöner, sich kleineren Kontrollorganen zu unterwerfen, als von einem riesigen Machtorgan regiert zu werden.
Ich spreche bewusst von "ist es viel schöner" und nicht von "ist es das Beste", da das Beste nur die bedingungslose Liebe sein kann, welche keiner Kontrolle mehr bedarf. Leider brauchen wir heutzutage aber noch Regeln und Gesetze an denen wir uns orientieren können. Sei es, um uns selbst zu schützen, oder sei es um andere durch uns zu schützen. Wir haben einfach noch nicht erkannt, dass all unser Denken und Handeln, all unser Streben nach Macht, all unser Unterwefen und Verspotten anderer, lediglich ein einziges Ziel hat - Energiegewinn. Wer fühlt sich nicht besser, wenn er seinen Lebenspartner von seiner Meinung überzeugen konnte, wenn sein Chef ihm eine Leistung anerkennt, wenn er über den Autofahrer vor ihm herzieht, und wenn er bei CounterStrike den 10. Kopfschuss in Serie geschafft hat.
Klar, das ist ganz natürlich: Ohne es zu merken, erhalten wir dadurch Energie von unserem Gegenüber. Ob das jetzt auf beiderseitigem Einverständniss beruht wie im Falle des Chefs, auf Machtpositionen wie im Beispiel des Lebenspartners, oder zwanghaft passiert, wie bei dem Fahrer vor einem oder dem gegnerischen Spieler; das ist im Grunde egal. Der Effekt ist derselbe.
Ziel sollte es deshalb nicht sein herauszufinden "Wer regiert die Welt?", sondern eher: "Warum regiert wer die Welt?" Dass es anders gehen kann zeigen uns immerwieder zum Beispiel große Events auf denen alles durch Selbstorganisation und friedliches Beisammensein geregelt wird. Der gemeinsame Gedanke Aller verbindet und schweißt zusammen. In diesem Fall wird es auch ganz deutlich: Hier muss niemand besser als ein Anderer sein, da alle ein gemeinsames Ziel haben - eine schöne Zeit zu haben und möglichst viele tolle Erinnerungen mit nach Hause zu nehmen.
Könnten wir diese Einstellung auf unser tägliches Leben übertragen - und das können wir - dann wäre das ein gewaltiger kultureller Schritt! Weg von der jahrtausende anhaltenden Herrschaft durch irgendwelche höhergestellten Menschen, hin zu einer Gemeinschaft in der jeder zum Allgemeinwohl Aller beiträgt und dadurch selber genug zurückbekommt. Dies kann aber nur geschehen, wenn wir uns frei von jedem Gedanken an Hass, Eifersucht, Materialismus und Ehre machen.
Wir dürfen nicht mehr denken, dass Geld die Welt regiert. Auch wenn das Sprichwort noch so schön klingt - Geld ist vergänglich, wie wir alle und wird meist nur dazu benutzt, zu kontrollieren. Deshalb sollten wir es zwar schätzen aber nicht überbewerten.
Mit der Angst ist es ähnlich: Wir sollten vor nichts und niemandem Angst haben. Nicht aus Übermut, sondern weil wir uns nur wirklich von unseren alten Gewohnheiten und Machtspielchen lösen können, wenn wir nicht mehr auf die Versuche der Anderen, uns selbst zu kontrollieren, eingehen. Angst kann ein großer Verbündeter für machtgierige Menschen sein, aber da wo kein Nährboden ist, da kann auch keine Macht entstehen.
Im Endeffekt sollten wir uns ganz davon losreißen, zu sagen, jemand würde die Welt regieren, da regieren bedeutet, dass jemand höher gestellt ist, als jemand anderes. Aber wie kann man das als Mensch mit sich selbst vereinbaren, wenn doch schon in unserem Grundgesetz steht, alle Menschen seien gleich, und wenn in der Entstehungsgeschichte der Menschheit in der Bibel steht, Gott habe uns nach seinem Ebenbild erschaffen. Wer kann sich da das Recht herausnehmen, höher als die Anderen stehen zu dürfen, selbst wenn es für das Allgemeinwohl aller sei?
Meiner Meinung nach, kann man sich sehr wohl als Individuum in unserer Gesellschaft heraustun und der Menschheit durch großartige Ideen und Führungsqualitäten dienen, aber eben auch nur das, und nicht mehr. Dem Einzelnen sollte es sein Handeln selbst überlassen sein, egal was er macht. Wir können nicht darüber urteilen, ob es gut oder schlecht ist, da wir nicht wissen können, welche Auswirkungen es in der Zukunft haben wird, und was passieren würde, wenn alles anders käme. Denn wie heißt es immer so schön?
Die Geschichte schreiben immer die Sieger!
Zum Abschluss will ich euch natürlich nicht das Ergebnis der Abstimmung vorenthalten:
56% der Befragten waren der Meinung "Geld regiere die Welt", was auch irgendwie die naheliegendste Antwort war, da Sprichwort.
6% meiner Leserschaft ist der Ansicht, dass "Angst die Welt regiere". Ich hoffe in deren Fall, dass sie nicht selber die Opfer angstmachender Machenschaften sind.
25% waren immerhin überzeugt, "Liebe regiert die Welt". Das freut mich natürlich ungemein, denn ist Liebe (sowohl körperliche als auch geistige) so ziemlich das Schönste auf der Welt und schadet niemals.
12% ließen sich immerhin noch dazu hinreißen, dass "Gott die Welt regiere". Eigentlich im Grunde auch ein schöner Ansatz, wobei ich da gerne die Hintergründe wüsste. Ist mit Gott ein barmherziger Gott, beziehungsweise sogar "Wir Menschen" gemeint, oder ist dieser Gott eher ein strafender Gott? Vielleicht lesen ja die Wähler dieses Ergebnisses gerade mit und können sich dazu kurz in den Comments äußern?
Naja, und zu guter Letzt: Dass die USA die Weltherrschaft an sich reißen, bzw. schon an sich gerissen haben, dieser Meinung war niemand meiner Blogleser, und damit bekam dieses Ergebnis 0% der Stimmen meiner Leser. Ehrlich gesagt wäre ich auch verwundert gewesen, wenn es anders gewesen wäre. Denn bis auf meinen einen anonymen Special-Friend, der sich ab und an zu solch liebenswerten Kommentaren wie "Alla, komm mal klar...", oder "motherfuck. lesen. googl. hanfbuch. amn. fuckking shiat. boa ey" hinreißen lässt, scheinen der Rest meiner Leserschaft doch zumindest ähnliche Gedankengänge wie ich zu haben, oder lassen sich zumindest davon inspirieren und zum Nachdenken anregen. Find ich übrigens klasse, die "boah ey, motherfuck"-Kommentare. Auch wenn sie meist nur wenig mit dem eigentlichen Inhalt des Postings zu tun haben, machen sie das Ganze nochmal etwas lebendiger und interessanter! An dieser Stelle ein großes Dank an den anonymen Kommentator. ;D
Deswegen: Lasst euch in den Comments aus, wofür ihr gestimmt hattet und mit welcher Begründung, ob die Nächstenliebe wirklich so toll ist wie überall angepriesen, oder ob ihr vielleicht schon andere Erfahrungen gesammelt habt. Über eure Meinung freue ich mich - und selbst wenn sie so bescheuert und hirnrissig wie meine Artikel sind. ;D
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