Fest der Liebe
Weihnachten ist seit ein paar Tagen vorbei. Weihnachten, der Tag an dem wir symbolisch die Geburt Jesu Christi feiern, Weihnachten, die Zeit in der es immer leckere Plätzchen und Süßzeug gibt, Weihnachten, an dem wir uns gegenseitig Geschenke machen, Weihnachten, das Fest der Liebe.
Ich weiß, ich habe hier schon oft über die Liebe geschrieben, und ja, das hier ist der SkyWalker-Blog und nicht der LoveWalker-Blog - von daher sollte ich eigentlich über Wolken, Sonne, Mond und Sterne schreiben, oder zumindest über Star Wars, den heimlichen Mit-Namensgeber des SkyWalker-Blogs, wenn auch nicht dem alleinigen Namensgeber, denn wer sich ein wenig im Internet umschaut, wird wohl den ein oder anderen interessanten Bericht über die "Himmelswanderer" (vergleiche auch die "Prophezeiungen von Celestine") finden - aber ich finde, man kann nie genug über soetwas großartiges und Wundervolles schreiben wie es die Liebe nunmal ist.
Deshalb, und weil Weihnachten das Fest der Liebe ist, aber auch weil ich erst letztens nochmal eine Fügung erlebte, will ich diesen Beitrag der Liebe widmen.
Als ich vor ein paar Tagen durch die Stadt hetzte, um noch schnell die letzten Geschenke für meine Liebsten zu besorgen, da war auf den Straßen alles festlich und leuchtend geschmückt und von jeder Ecke drangen besinnliche Klänge an mein Ohr. Der süße Duft von Crepes und Glühwein drang mir in die Nase, und trotzdem war die Stimmung so ganz und garnicht weihnachtlich. Menschenmassen wälzten sich von Kaufhaus zu Kaufhaus, schrien, schubsten, drängten, und ich mittendrin. Eigentlich habe ich nichts gegen viele Menschen an einem Ort, ja, hin und wieder finde ich es sogar schön, inmitten lauter Seelen zu sein, die alle den selben Gedanken haben; zum Beispiel bei einem Konzert oder der Liveübertragung bei einem Fußballspiel. Aber hier war es anders. Die Menschen hatten ebenfalls alle die selben Gedanken, aber sie harmonisierten nicht zusammen, da jeder an sich selbst dachte. Ein jeder wollte schnell noch ein Geschenk kaufen, und das möglichst schnell und bevor es jemand anderes ihm vor der Nase wegschnappt.
In solchen Momenten wird mir dann immer nochmal deutlich, wie sehr wir durch unseren Konsum doch das Fest der Liebe "verunstaltet" haben. Denn im Gegensatz zu den Leuten die dann ganz krass meinen "Mit dem Weihnachtsstress will ich nichts zu tun haben. Und das ganze Schenken ist doch eh nur Kommerz!" finde ich Schenken etwas sehr schönes. Wenn ich von jemandem etwas geschenkt bekomme, dann freue ich mich jedesmal wie ein kleines Kind, und aus diesem Grund schenke ich ebenfalls sehr gerne. Wenn mir dann jemand erzählt, dass man sich lieber etwas geistiges denn etwas materielles schenken sollte, dann kann ich da nur bedingt zustimmen. In sofern hat er Recht, dass etwas nicht materielles von Herzen kommt. Aber das heißt noch lange nicht, dass etwas materielles nicht von Herzen kommen kann. Klar, wenn ich meinem Kollegen nur etwas schenke, weil er mir letztes Jahr auch etwas geschenkt hat, dann habe ich den Sinn des Schenkens nicht wirklich verstanden, aber wenn ich meinem Freund etwas schenke, weil ich ihn sehr gerne habe, dann kann das Geschenkte noch so teuer oder billig sein, es ändert nichts an der Tatsache, dass es von Herzen kommt. Nur derjenige, der ein Problem mit Geld hat, vielleicht weil er ihm selber allzuoft verfällt, nur derjenige wird sagen: "Kauf mir nichts zu Weihnachten!" oder "Mein Gott, was hast du soviel Geld ausgegeben, wie kann ich das nur wieder gutmachen?!" Denn Freundschaft ist unbezahlbar! Und man schenkt nicht für Freundschaft, sondern man schenkt der Freundschaft wegen!
Ich merke, ich bin gerade ein wenig vom Thema abgewichen, denn ich wollte zwar über die Liebe, beziehungsweise das Fest der Liebe schreiben, aber nicht über das Schenken und beschenkt werden. Vor kurzem - es war nach Weihnachten - hatte ich, wie oben schon erwähnt, eine Fügung.
Alles fing damit an, dass es mir morgens schon nicht so gut ging. Irgendetwas bedrückte mich, und wie ich schon bald herausfand plagte mich ein Gefühl von Einsamkeit. Es war ein merkwürdiges Gefühl, denn einsam war ich wahrlich nicht. Hatte ich die letzten Tage doch immer eine volle Bude mit zahlreichen Freunden gehabt, mit denen ich bis spät in die Nacht noch feierte, trank, sang und was weiß ich noch alles. Ich suchte Rat bei meinem besten Freund, der leider nicht zu erreichen war, suchte weiter Rat bei ebenfalls sehr guten Freunden, die ebenfalls nicht erreichbar waren, und fand schließlich Gehör bei einer sehr guten Freundin, die gerade ein wenig Zeit hatte. Nach der Schilderung meines Problems konnte sie mir auch nicht wirklich weiterhelfen und so musste ich mir alleine meine Gedanken darüber machen.
Nachdem ich also eine Zeitlang einfach nur in meinem Sessel saß, ohn groß nachzudenken, ohne Musik zu hören, ja, ohne irgendwelche störenden Einflüsse von aussen, also ganz in mich gekehrt, fand ich seit Wochen das erste Mal wieder zu mir selbst. Ich merkte, wie sehr ich mich doch in der letzten Zeit von mir entfernt hatte, ja, wie ich eine Barriere um mich herum aufgebaut hatte. Ich dachte kaum über mich nach, redete mit anderen kaum über mich, smalltalkte eigentlich nur so vor mich hin, wenn Freunde bei mir waren, hatte meist sogar HipHop laufen wenn ich zu Hause oder unterwegs war (nichts gegen HipHop, es gibt da durchaus sehr schöne Interpreten wie "Die Firma", die "Beginner" und so, aber der HipHop den ich hörte, der ging schon eher in Richtung Ghetto und so).
Ich machte mir Gedanken, was mich dazu getrieben hatte, so zu sein wie ich jetzt bin, und fand die Lösung in dem Fehlen von Liebe. Langsam aber stetig war mir in den letzten Wochen Liebe entzogen worden, die ich die Wochen zuvor immerwieder bekommen hatte, und dadurch merkte ich nicht, wie ich ebenfalls langsam aber stetig nach aussen immer härter und abgeschotteter wurde. Wie durch einen Zufall (oder vielleicht war es auch Schicksal) surfte ich eine Webseite an, die mir mein bester Freund damals mal geschickt hatte und das war das Beste was mir in diesem Moment passieren konnte. An diesem Tag wurde mir dies alles bewusst was ich nun schreibe, und ich dachte nochmal an die Liebe. Nicht die Liebe, die wir Menschen als Liebe bezeichnen, sondern an die bedinungslose Liebe; die reinste Form von Liebe überhaupt!
Wenn du bedingungslos liebst, dann liebst du nicht nur einen Menschen - du liebst entweder alles oder nichts!
Ich dachte zurück an die ganzen Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren gesammelt hatte, an die Hochs und Tiefs die ich hatte, und daran, wie schön es doch ist, Liebe zu geben, denn man bekommt all das was man gibt zurück. Mir wurde klar, wie sehr ich doch in der letzten Zeit gegen all das verstoßen hatte, was ich zuvor für richtig erachtet hatte, und ich merkte, dass es gut war, dass ich es an eben diesem Tag erkannt hatte, denn jetzt konnte ich noch etwas dagegen tun. Ein weiterer Gedanke war, dass ich nurnoch selten bloggte, eigentlich so gut wie garnicht mehr, und wenn, dann nur mal eben schnell ein lustiges Video von Youtube - Generation Stefan Raab - schnell und lustig.
Ich weiß, dass dies alles, so wie es passiert ist, kein Zufall war, sondern dass es einen Gott gibt, der immerwieder mal in unser aller Leben eingreift, dann, wenn es aus den Bahnen zu geraten droht. Und ich bin Gott dankbar dafür, denn weißgott, habe ich schon viele Fehler begangen in meinem Leben. Durch ihn habe ich aber die Kraft gefunden, mir selbst diese Fehler zu verzeihen und mich selbst zu lieben. Denn erst dadurch können andere Menschen einen lieben.
Naja, was das Ganze jetzt nochmal mit dem eigentlichen Anfang meines Beitrags zu tun hat, hmm, das weiß ich gerade selber nicht mehr so genau, irgendwie ist mir gerade alles einfach so aus den Fingern geflossen, ohne dass ich groß nachdenken musste. Was ich aber ein jedem meiner Leser sagen möchte ist, dass man trotz Weihnachtsstress, Trubel und Kommerz, immer daran denken sollte, dass Weihnachten das Fest der Liebe ist, und dass wir all das was unseren Freunden, Verwandten, aber auch Fremden schenken, dass wir all das wieder zurückbekommen werden! Nicht nur an Weihnachten, sondern auch im Rest des Jahres.
... für alle diejenigen, die jetzt murren, sie haben das schon oft probiert und sind immerwieder enttäuscht worden: Erwarte nichts, dann kannst du nicht enttäuscht werden. Im besten Fall wirst du für alle deine Mühen belohnt!
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2009!
Thorsten
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