Dienstag, 9. März 2010

Der eine Ring

4417525477_8fa4f83a92 Ich hatte heute Nacht noch einen zweiten Traum. Er war wie der vorige eher kurz, aber dafür umso verwirrender und ich habe seine Bedeutung noch nicht wirklich verstanden.

Ich träumte von einer Hochzeit – meiner Hochzeit. Es war kurz vor der Trauung und ich griff nach den Ringen in meiner Tasche. Aber merkwürdigerweise war da nur ein Ring. Der Ring für sie. Ich nahm ihn heraus und betrachtete ihn. Er war golden und hatte einen kleinen kristallklaren Diamant darauf. Ich schob ihn vorsichtig auf meinen Finger und spürte, dass er ihre Größe hatte. Das Gefühl das ich hatte war merkwürdig: Ich war ziemlich ruhig, aber gleichzeitig war ich besorgt, wo der zweite Ring war, der Ring den ich später tragen sollte. Ich hatte Angst, dass alles schieflaufen würde.

Schließlich wurde ich wach und mir wurde klar, was ich da geträumt hatte. Die Angst, die ich seit Ende Januar habe. Dieses Gefühl, dass sie weg ist und ich nun alleine da stehe. Mein Wunsch, ihr den Ring zu geben, aber gleichzeitig die Gewissheit, dass ich keinen Ring von ihr zurückbekomme.

Interessanterweise standen sich dieser und mein voriger Traum ziemlich gegensätzlich gegenüber. Zum einen mein erster Traum in dem ich Abschied von alten Dingen nehme und eine Reise antrete mit festem Ziel, und dann dieser Traum, der meine tiefsten Ängste beinhaltete.

Irgendwie bin ich gefühlsmäßig furchtbar hin und hergerissen. Ich habe Mut und Entschlossenheit, der Zukunft entgegenzutreten und sie so zu akzeptieren wie sie ist, aber gleichzeitig habe ich da dieses schrecklich schmerzende Gefühl im Magen, dass da etwas fehlt. Dass ich leer bin. Und dann zweifele ich und denke, dass ich mir all meine positiven Gedanken nur einrede und ich merke, dass es mir in Wirklichkeit total beschissen geht, so ganz ohne sie.

Ich vermisse sie, keine Frage, ich vermisse sie sogar sehr, aber ich muss stark sein. Das ist das schwierigste im Leben. Ich muss darauf vertrauen, dass am Ende alles gut wird. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt! Aber ich weiß, dass Glaube Berge versetzt. Und deshalb glaube ich an das Gute und lebe.

… und lebe.

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